Etappe 4: Von Le Noirmont nach Saint-Imier. Gewandert am 8. Mai 2026. Wir nehmen eine abweichende Route. Die vorgeschlagene Route des Trans Swiss Trail hat uns besonders auf den ersten Kilometern zu viel Hartbelag (zwischen 2000 und 2015 sind mehr als 3000 km Wanderwege asphaltiert worden; insgesamt sind 25% der offiziellen Wanderwegstrecken in der Schweiz asphaltiert. Angaben aus Krebs Peter, WANDERABC, 2015, Seite 119).
Heute wandern wir durch die Freiberge. Weite Weiden mit einzelnen oder kleinen Gruppen mächtiger Tannen.
Mein Vater brachte in trockenen Sommern mit dem Traktor der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Aarberg Wasser aus dem Seeland in den Jura. Zurück kam er oft mit Tannenästen, reich behangen mit Tannenzapfen. Ich sehe sie vor mir. Und spüre wieder die Freude, die uns Vater mit diesen Juratannenästen machte.
Jetzt, hier stehen die Juratannen mächtig vor unseren Augen. Voller Würde, ausdauernde Helden des Widerstandes, im Überlebenskampf durch harte Winter und trockene Sommer. Wettertannen. «Schärmtanne» schwirrt durch meine berndeutschen Erinnerungen.
Als Kind bezauberte mich das Rauschen der Tannen im Wind. Ich höre sie jetzt wieder, wie damals. Wie diese Tannen vor mir bin ich selbst in die Jahre gekommen. Standhalten, dem Wetter trotzen, dem Wind ob von Osten oder Westen, biegsam widerständig bleiben, solange es geht. Gegen das Geknickt-werden, auf den Beinen bleiben.
Wettertannen, Verwurzelungen seit vielen Jahren, Lebenslang. Was wäre das bei mir, was ist mein Grund und Boden? Kalk ist es nicht.
Unter den weiten Ästen einer Tanne finden wir Zuflucht vor einem Wolkenbruch. Unter den Ästen ist es behaglich, der Regen glitzert in der Sonne, die durch ein Wolkenloch bricht. Heiterkeit kommt auf. Wir geniessen den Rest noch heissen Kaffees aus unserer Thermosflasche. Bald hört der Regen fast auf. Gut gelaunt gehen wir weiter.