Wir haben das Bedürfnis nach Eindeutigkeit. Nach Gewissheit, nach Wahrheit. So wie in der Schule. Entweder stimmt das doppelt unterstrichene Resultat oder es ist falsch. Eine klare Sache. Eine amtliche schwarz-weiss Unterscheidung, auf dem Mathetest rot markiert, mit genauer Punktezahl. Bestanden oder durchgefallen? Himmel oder Hölle? Freund oder Feind? Wahrheit oder Lüge? Gehört X zu den Guten oder zu den Schlechten? Hobbit oder Ork? Ich liebe Geschichten, die diese Unterscheidung inszenieren. Meine Erwartungen an den Plot: Am Schluss siegen die Guten. Zwar knapp, aber gerade noch. Geschichten mit offenen, unklaren Enden mag ich nicht. Die Geschichte muss eindeutig enden, die Bösen vernichtet, die Lügner bestraft, die Gegner geschlagen werden.
Ich lernte ein Werkzeug kennen, das mir hilft, Zwischentöne, Übergänge, Veränderungen zu sehen.
Das Wertequadrat wurde durch Friedemann Schulz von Thun, einem deutschen Kommunikationspsychologen, bekannt. Und diese Denkweise hilft mir zu sehen wie es Odo Marquard sagt: «Die Welt ist mehr Nichtkrise als Krise: sie ist gewiss nicht der Himmel auf Erden, aber auch nicht die Hölle auf Erden, sondern die Erde auf Erden.» Odo Marquard, war Professor für Philosophie an der Universität Giessen. Das Zitat ist aus «Skepsis in der Moderne» Philosophische Studien, Reclam Verlag, Stuttgart
DOWNLOAD: Wie man mit dem Wertequadrat denken und arbeiten kann. Zusammenfassung vom Autor dieser Website.