Ein einfaches Baumnuss-Pesto. Ich denke an all die «Vorleistungen», die dieses Pesto ermöglichen: An die starken, wunderschönen Nussbäume, an die Menschen, die Nüsse sammeln, trocknen und sorgfältig öffnen; ich denke an Italien, an die Menschen und ihre Tiere, an ihr Handwerk, aus dem Parmigiano Reggiano wird; ich sehe und rieche Zitronen und Olivenöl und an den Bund sattgrünen Basilikums von der Agricogenossenschaft Birsmattehof aus Therwil, gekauft am letzten Quartiersmarkt hier in der Breite. Und ich denke an das Wunder, wie die Salzflocken ihren Weg aus dem Meer in unsere Küche fanden.
Mein Baumnuss-Pesto ist verwoben mit Bäumen, Regionen, Menschen und Geschichten. Meine Küchenarbeit ist in dieses faszinierende Gewebe eingewoben.
In meinem Rezept röste ich die Nüsse, bis sie duften. Das verstärkt ihr Aroma. Ebenso gare ich den Knoblauch sanft. Das reduziert seinen intensiven Geschmack, der sich so besser mit den übrigen Zutaten verbindet.
Basilikum, Petersilie und Zitrone geben dem Pesto eine frische Note.
Es gibt Menschen, die schwören: Einen Pesto kann man nur im Mörser machen. Ich kenne mich aus meiner früheren Arbeit im Labor mit Mörsern aus. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen der Zubereitung im Mörser oder in einem Mixer. Mir aber fehlt ein genug grosser Steinmörser und ich kann mich an der laufenden Auseinandersetzung nicht beteiligen. Das Mixer-Pesto mundete uns ausgezeichnet.
Entscheidend ist für mich die Wahl der Pasta. Man muss seine Lieblingspasta suchen und finden. Und welche Pasta zu welcher Sauce (oder Pesto) zusammenpasst. Der Einkaufsaufwand lohnt sich hier gewiss und doch muss ich mir selbst immer wieder gut zureden: Geniessen ist mit meinem persönlichen Engagement untrennbar verbunden. Ich will mir für den Einkauf und für Küchen-Experimente Zeit geben.