Ziele sind mir wichtig. Sie ziehen mich voran. Ich brauche eine Richtung, in die ich aufbrechen, die ich einhalten will.
Für eine kleine Fussgängerei genügt der Wunsch nach frischen Felchen. Ich fussgängere in die Stadt, auf den Markt; besser ist Pilze finden im nahen Wald, eine Gegend erkunden, durch eine Schlucht steigen, an einem Ort mit gemütlicher Gaststube und einem Wanderbier ankommen. Oder der Landesgrenze von Basel nach Genf nachschlängeln. Es gibt bei uns eine Liste solcher zielklaren Wanderungen seit 2003. Einblicke in unsere Weitwanderung Basel-Offenbach als Beispiel auf dieser Website.
Jetzt 2026 hatten wir uns den Trans Swiss Trail vorgenommen. Von Porrentruy nach Mendrisio. Nationale-Route Nummer 2.
Nach wenigen Etappen wächst unsere Unzufriedenheit mit diesem Plan. Wir wollen den Chasseral nicht versäumen. Nr. 2 lässt ihn aber links liegen. Also ändern wir die offizielle Route und gehen von St-Imier durch die wildromantische Schlucht «La Combe Grède» hinauf auf den Chasseral. Von hier aus über den Chaumont nach Neuchâtel. Weiter würde der Trans Swiss Trail Richtung Murten, Laupen, Bern führen.
Inzwischen aber dörrt die Sonne das Seeland aus. Schattenlos wollen wir nicht weitergehen.
Nach und nach (nadisna) wird uns klar: Wir wollen den Trans Swiss Trail abbrechen. Zu wenig Schatten, zu viel Asphalt. Unsere Wanderlust auf den Trans Swiss schwindet. Was jetzt? Wir lassen unsere Unzufriedenheit wirken und warten – etwas schlecht gelaunt – auf Inspirationen.
Sind wir jetzt vom Weg abgekommen?
Sollen wir uns zusammenreissen, unsere Bedenken überwinden, zum ursprünglichen Plan, zu unserer Entscheidung zurückkehren? Durchhalten?
Erstaunlich, wie viel Energie nötig ist, um einen eigenen, völlig freiwilligen Entschluss zu ändern. Neuorientierungen, brauchen Kraft. Wir müssen Trägheiten überwinden.
Schliesslich flattert eine Idee vorbei, die uns gefällt. Wir geben dieses lineare von A nach B nach C auf. Wir folgen keiner vorgegeben Route. Stattdessen wählen wir Regionen. Statt trans, statt hindurch, gehen wir hinein. Wir vertiefen uns in eine Gegend. Wir widmen uns einer Region, tauchen in sie ein.
Statt langen Linien planmässig nachzugehen, malen wir farbenfrohe, lockere Tupfen. Impressionistisches Wandern vielleicht. Unterwegs im Offenen, mit viel Spielraum.
Wir sind gespannt, was sich zeigen wird. Ab und zu werden wir auf dieser Website berichten.
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