Wir wandern vom Chasseral zum Chaumont.
Diesen Text schreibe ich Ende Juni. Seit Tagen ist es stickig-heiss.
Die Notizen vom 12. Juni, unsere Wanderung vom Chasseral zum Chaumont, liegen vor mir. Sie erinnern mich daran, dass wir erst gerade noch, auf jeden Fall am Morgen des 12. Juni 2026 froren. Ist das wirklich wahr?
Ich recherchiere: «Am 12. Juni 2026 war es auf dem Chasseral stark bewölkt mit gelegentlichen sonnigen Abschnitten. Die Temperaturen bewegten sich in einem kühlen Bereich: Der Tageshöchstwert lag bei 10 °C, während die nächtlichen Tiefstwerte auf 7 °C sanken.»
Wir gehen an diesem 12. Juni auf dem Chasseral mit unseren Füssen und unseren Seelen in eine trübe, nass-kalte Welt hinein. Der Pfad verliert sich im Nebel.
Auf einmal hören wir eine Lerche. Wir bleiben stehen und hören zu. Ein sprudelnder Bach heiterer Töne. Sie beleben uns augenblicklich, unsere Laune wird besser, die Füsse werden leichter, Schwung kommt in unsere Bewegungen. Unsere Welt hat sich verändert.
Die Feldlerche, mit dem schönen lateinischen Namen Alauda arvensis, ein faszinierender Künstler, mit Robert Walser zusammen im «Unterricht zur Kunst, die Fröhlichkeit nicht einzubüssen». (Robert Walser: Aus dem Bleistiftgebiet. Band 3. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1986, S. 45).
Leichtfüssig gehen wir unseren Weg bis zum Chaumont. Mit dem FUNI fahren wir inmitten einer quicklebendigen Kinderschar hinunter nach Neuchâtel. Die Kinder sind gewiss von Lerchen-Heiterkeitsenergien belebt.
Die Lerche singt in uns weiter. Kleiner Vogel, grosse Wirkung!